Bild IT-Strategie

IT-Strategie – oder den Wertbeitrag der IT messbar machen

IT begegnet uns im Geschäftsleben auf Schritt und Tritt. IT soll jedoch nicht dem Selbstzweck dienen, sondern einen wesentlichen Wertbeitrag leisten bei der Erreichung der Geschäftsziele und der Schaffung von Wettbewerbsvorteilen.

 

Damit sowohl die Geschäftsziele als auch die IT Hand in Hand gehen und letztere nicht nur einen Kostenblock darstellt, ist das Vorhandensein einer IT-Strategie – idealerweise abgeleitet aus der Unternehmensstrategie – immanent wichtig.  

Die wesentlichen Elemente einer IT-Strategie umfassen:

  • Strategische Vorgaben
  • Technische Standards
  • Die Ziellandschaft bzw. Zielarchitektur.

Die Umsetzung der IT-Strategie erfolgt über das operative IT-Management im Rahmen von Projektabwicklungen, der Ausplanung eines Wartungskalenders, dem Servicemanagement, dem Lieferantenmanagement und dem operativen IT-Controlling.

Hat ein Unternehmen die Notwendigkeit einer IT-Strategie erkannt, stellt sich direkt im Anschluss daran die Frage nach der richtigen Vorgehensweise bei ihrer Formulierung. Ausgangsbasis für eine IT-Strategie sollte immer eine Standortbestimmung sein. Bei der Standortbestimmung wird erörtert, welchen Wertbeitrag die IT im jeweiligen Unternehmen leistet. Ist sie, wie viele andere Querschnittsbereiche auch, ein reiner Kostenfaktor, also ein notwendiges Übel, oder wird sie aktiv in die Gestaltung von neuen Geschäftsmodellen eingebunden? Die Antwort auf diese Fragen hat maßgeblichen Einfluss auf die Inhalte der Strategie. Losgelöst aller detaillierten Beurteilungskriterien zur Erörterung dieser Frage ist die organisatorische Einbettung der IT ein sehr guter Indikator für ihren Wertbeitrag und damit für das Maß der Wertschätzung, die sie im Unternehmen erfährt.

Nach der Standortbestimmung muss sich die IT die Frage beantworten, wie sie sich strategisch positionieren möchte (als „Kostenfaktor“, „Vermögenswert“, „Partner“ oder „Enabler“) und das Management mit den richtigen Argumenten davon überzeugen. Nur klare Abstimmungen zwischen dem Management und der IT zur strategischen Positionierung ermöglichen ein für beide Parteien vernünftiges Erwartungsmanagement, auch und vor allem im Miteinander mit den Kunden der IT, den IT-Anwendern und den Endkunden der jeweiligen Unternehmen.

Strategische Vorgaben stellen einen Rahmen für die Neupositionierung zur Verfügung. Sie beinhalten im Wesentlichen:

  • IT-Ziele
  • Prinzipien
  • Strategien
Beispiel:

Der Vertrieb des Unternehmens Y beklagt sich über ineffizientes Arbeiten, bedingt durch eine Vielzahl komplizierter Geschäftsprozesse, sowie, damit einhergehend, einer aus seiner Sicht unzureichenden Zeitspanne für die Vermarktung der Produkte. Die Unternehmensführung beschließt daraufhin eine Optimierung der wichtigsten Vertriebsprozesse. Ein daraus abgeleitetes IT-Ziel kann in der Erstellung einer Retirement-Roadmap sein, um den Integrationsgrad der Architekturlandschaft zu erhöhen, Medienbrüche zu vermeiden und die Prozesse dadurch insgesamt effizienter zu machen. An dieser Stelle sei betont, dass es wichtig ist, die Ziele messbar zu machen, bspw. über die Festlegung der Anzahl abzuschaltender IT-Systeme oder über die angestrebte Durchlaufzeit eines Prozesses. Nur so gelingt es der IT, einen Nachweis über den Beitrag zum Unternehmenserfolg zu erbringen und etwaige Höherpositionierungswünsche zu untermauern.

IT-Ziele

Die IT-Ziele werden in der Regel aus den Unternehmenszielen abgeleitet. Diese Ableitung muss nachvollziehbar sein, um sicherzustellen, dass Unternehmensstrategie und IT-Strategie im Einklang sind.

Die Umsetzung der IT-Ziele muss bestimmten Prinzipien folgen. Prinzipien als voneinander unabhängige Grundsätze geben Entscheidungskorridore vor, die sicherstellen, dass einmal getroffene Entscheidungen nicht in kurzen Abständen revidiert werden. Prinzipien können in vielerlei Kontext Anwendung finden, bspw. bei der:

  • Auswahl von Softwarelösungen
  • Priorisierung von Projekten
  • Festlegung von Designrahmenparametern
  • IT-Planung
  • Einführung neuer IT-Systeme
  • Steigerung der technischen Qualität

Die Absicherung der Erreichung der Ziele erfolgt über Strategien, die im Rahmen von Projekten umgesetzt werden.

Über die Sourcingstrategie kann bspw. festgelegt werden, welche Leistungen innerhalb der IT durch interne Kräfte erbracht werden und für welche Leistungen Zukäufe am externen Markt zulässig sind. Häufig kommt es vor, dass die Leitung von Projekten, das Prozessdesign und das Design der IT-Lösung über Kundenlastenhefte und IT-Pflichtenhefte von internen Kräften umgesetzt wird, während für Programmieraktivitäten externe Kräfte hinzugekauft werden.

Für die strategische IT-Planung sind die Informationssystemstrategien von größter Bedeutung. Sie werden meist über Portfolios visualisiert und sind Grundlage für die Erstellung von Roadmaps zur Weiterentwicklung der IS-Landschaft. Roadmaps lassen sich unterteilen in:

  • Retirement-Roadmaps für Planungen bzgl. abzuschaltender Systeme.
  • Innovation-Roadmaps für Planungen bzgl. neu zu implementierender Systeme.
  • Standard-Roadmaps für die Weiterentwicklung existierender Systeme.

Zusammengefasst werden in einer IT-Strategie die aktuelle Ausgangslage, der angestrebte Zielzustand und der Weg zum Erreichen des Zielzustandes beschrieben. Sie wird aus der Unternehmensstrategie und den  Geschäftsanforderungen unter Berücksichtigung der externen und internen Rahmenbedingungen abgeleitet.

Die IT-Strategie sollte in einem kompakten und gut verständlichen Dokument niedergeschrieben werden. Wo immer sinnvoll, sollte in dem Dokument mit Verweisen auf weitere Dokumente gearbeitet werden. Über klare Versionierungsregeln wird der Entwicklungsstand des Dokumentes im Zeitablauf festgehalten.

Solmaz El Sharkawi

People & Recruiting