Powerbi Logo 800x400

Microsoft PowerBI on-premises? PowerBI Report Server!!!

Microsofts PowerBI ist nun schon seit Juli 2015 generell verfügbar und besticht vor allem durch Einfacheit und Schnelligkeit bei der Erstellung von Berichten sowie der Analyse von Daten – bei sehr moderaten Kosten. PowerBI entwickelt sich seidem ständig weiter, lebt von einer äußerst aktiven Community und verfügt nach Microsoft-Angaben über mehr als 5 Millionen Anwender weltweit.

Allerdings laufen die sogenannten PowerBI Services in der Cloud von Microsoft (Azure) – was nicht jedem behagen dürfte. Microsoft hat das Problem erkannt und schiebt nun den PowerBI Report Server nach. Dieser ist vom Prinzip her nichts anderes als der altbekannte Reporting Services Server (SSRS) mit einer PowerBI-Erweiterung. Mit dieser Erweiterung können sowohl die Reporting Services-Berichte als auch PowerBI-Berichte mit all ihren Möglichkeiten auf der gleichen Plattform, aber vor allem hinter der eigenen Firewall erstellt und betrieben werden!PowerBI - Erweiterung der on-premises Möglichkeiten durch SSRS AddOn

Damit stehen den Unternehmensanwendern (fast) alle PowerBI-Fähigkeiten zur Verfügung: Erstellen von ansehnlichen Berichten  via Drag & Drop über den PowerBI Desktop in kurzer Zeit, direktes Publizieren der Berichte auf dem PowerBI Report Server und teilen der Berichte mit der gesamten Organsisation. Die Berichtsempfänger können die fertigen Berichte interaktiv bedienen: Filter setzen, Drill Downs & Drill Throughs durchführen, Berichte kommentieren und sich somit Einblick in ihre Daten und ihr Business verschaffen.

Wie komme ich an den PowerBI Report Server?

Microsoft bietet zwei Möglichkeiten, um PowerBI im eigenen „Wohnzimmer“ zu konsumieren:Power BI Report Server Lizenzmodell

PowerBI Report Server ist Teil von PowerBI Premium. Mit PowerBI Premium erwirbt man das Recht, den PowerBI Report Server im Unternehmen zu nutzen (Core-basiertes Lizenzmodell). PowerBI Premium ist als Add-On zu einer Power BI Pro-Lizenz zu verstehen und stellt Lizenzinhabern dedizierte Ressourcen in Azure zur Verfügung (doch dazu in einem späteren Artikel gern mehr).

Der zweite Weg führt über vorhandene SQL Server Lizenzen. Voraussetzung ist eine vorhandene Lizenz des SQL Servers in der Enterprise Edition in Verbindung mit einer Software Assurance (SA).

Benutzerlizenzen

Zu den oben genannten Lizenzvoraussetzungen kommt noch, dass Report-Ersteller eine PowerBI Pro-Lizenz benötigen um Berichte veröffentlichen zu dürfen. Da es sich nicht um Named User-Lizenzen handelt, genügt es in der Regel, eine realistische Anzahl von PowerBI Pro-Lizenzen für das Unternehmen zu kaufen. Allen anderen Anwendern (Konsumenten) genügt die kostenlose PowerBI-Lizenz.

PowerBI Report Server aus Anwendersicht

Um Berichte zu erstellen, wird ein eigenes Client Tool benötigt: Der PowerBI Desktop. Doch Achtung! Aktuell gibt es eine dedizierte Edition für die Verwendung mit dem Power BI Report Server. Diese wird benötigt, um Berichte dort publizieren zu können (File –> Save as –> Reporting Services).

In Verbindung mit einem darunter liegenden Analysis Services Modell (tabular) spielt PowerBI seine großen Stärken aus. Doch auch mit vielen anderen Datenquellen, z.B. Oracle kommt PowerBI sehr gut klar. Der „direct mode“ erlaubt zudem den direkten Durchstich auf die Datenquellen, allerdings auch mit einigen Einschränkungen, die man kennen sollte.

Eine wichtige Einstellung, die aktiviert sein muss, findet sich hier.

PowerBI Desktop: Option zur Deaktivierung restriktiver Measures im Direct Query Modus

Ohne diesen Haken stehen einem z.B. keine zeitintelligenten DAX-Funktionen (z.B. TOTALYTD()) zur Vefügung. Doch diese Option sollte mit Vorsicht genossen werden, kostet sie doch einiges an Performance.

Wem die angebotenen Visualisierungsformen (Bar Charts, Wasserfalldiagramm, Gauges, Kuchendiagramm etc.) nicht ausreichen, der kann sich über sogenannte Custom Visuals selbst austoben oder auf eine umfangreiche Sammlung aus der Community zugreifen.

Einmal erstellt und publiziert, können die Berichtsempänger Ihre Berichte auf unterschiedlichen Wegen konsumieren: im Browser über die Weboberfläche, embedded in eigene Seiten (iFrame), SharePoint, aber auch über mobile Apps (verfügbar für Android, iPhone und Microsoft Phones).

PowerBI Report Server aus IT-Admin-Sicht

Der PowerBI Report Server kann stand-alone zur vorhandenen Infrastruktur installiert werden. Eine VM reicht hier völlig. Voraussetzung (neben der Lizenz) ist ein Windows Server 2012+, eine SQL Server Database Engine (2008SP4+) sowie eine SQL Server Analysis Instanz (2012+).

Bestehende SSRS-Berichte (native mode) können in der Regel einfach migriert werden: Bestehende Datenbank mit den aktuellen SSRS-Berichten kopieren und den zuvor installierten PowerBI Report Server mit Hilfe des Configuration Managers mit dieser Datenbank verbinden.

Auch SSRS-Berichte im SharePoint-integrated mode können migriert werden, ist aber ein kleines Stückchen aufwändiger.

Da es sich um einen SSRS-Server handelt, kann dieser wie gewohnt skaliert werden, versteht sich mit WAP und ActiveDirectory und WebSSO.

Zugleich hat Microsft seine sogenannte „Modern Lifecycle Policy“ auf dieses Produkt ausgerollt: Keine großen Releases alle paar Jahre mehr, sondern regelmäßige, kleine Häppchen (aktuell sind 3 pro Jahr geplant), was die IT vor Herausforderungen stellen könnte. Zudem muss auch der PowerBI Desktop-Client immer mit der aktuellen Server-Version korrelieren.

Praktische Erfahrung

Erste Erfahrung bei unseren Kunden verliefen sehr positiv. Sowohl die Installation als auch die Inbetriebnahme des PowerBI Report Servers liefen ohne große Probleme ab. Die Konnektoren auf verschiedene Datenquellen (SQL Server, Oracle, SAP HANA) verrichten ihren Dienst und Berichte können sehr schnell erstellt und publiziert werden. Die Kunden sind vor allem ob der Performance der Berichte begeistert.

Bei Fragen zur Einführung oder zur Duchführung von Tests kommen Sie gern auf uns zu.

Ihre PMC

Robert Wienroth v. Riehm

Controller mit Herz und Liebe zum Detail. Mag das Spiel mit Zahlen - vor allem mit intuitiven Tools und kurzen Wartezeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.