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Lean Startup

Das Lean Startup – Prinzip – Ein Patentrezept für die erfolgreiche Umsetzung von Innovationsprojekten? Teil 1

Was ist Lean Startup?

„Der Erfolg eines Startups ist kein Zufall – er kann durch die Einhaltung von Prinzipien herbeigeführt werden. Das heißt: Erfolg kann gelehrt und gelernt werden.“

Das Lean Startup-Prinzip beschreibt einen Weg, mit dem Startups gegründet und gelenkt werden können. Es gibt Gründern ein Werkzeug an die Hand, mit dessen Hilfe sie in die Lage versetzt werden, erfolgreich und schnell handeln und wichtige Entscheidungen treffen zu können.

Startups bewegen sich in einem Umfeld großer Ungewissheit bei der Entwicklung innovativer Produkte. Statt jahrelanger Expertise und Marktforschung basieren die grundlegenden Annahmen bei der Etablierung eines neuen Geschäftsmodells auf Vermutungen. Häufig scheitern solche Vorhaben, da das leidenschaftlich entwickelte Produkt keine Käufer findet. In vielen Fällen steht zudem nur wenig Kapital zur Verfügung, wodurch es umso wichtiger wird, so schnell wie möglich Erfolge zu erzielen. Doch auch wenn der Umsatz, die Nutzerzahl oder der Traffic steigen und sich eine positive Entwicklung abzeichnet, hat das Startup zwar einen Meilenstein erreicht, doch heißt das nicht, dass es das optimale Geschäftsmodell gefunden hat. Deswegen besteht die Aufgabe neben der Geschäftsmodell-Findung darin, dieses zu validieren und zu überprüfen, ob die Voraussagen zutreffen oder nicht. Gerade die zeitliche Komponente zeigt, dass konservative Management-Methoden für Startups nur begrenzt funktionieren.

Hier setzt das Lean Startup-Prinzip an. Der Begriff wurde von Eric Ries mit seinem Buch »The Lean Startup« geprägt. Die Verwendung des Wortes „lean“ lässt bereits erahnen, was es mit dem Grundgedanken einer schlanken Vorgehensweise auf sich hat. Dieser Ansatz beschreibt nämlich die Etablierung eines Geschäftsmodells mit einem minimalen Kapitaleinsatz, reduzierten Prozessen und Learning-by-doing statt jahrelanger Planung. Dabei bindet das Startup seine Kunden sehr früh in den Findungs- und Gestaltungsprozess ein, damit es nicht am Bedarf des Kunden vorbei entwickelt. Eine Kombination aus schneller Rückmeldung und Iterationen bildet die sogenannte „Build-Meassure-Learn“-Feedback-Schleife. Sie beschreibt, was die grundlegende Aktivität eines Startups sein sollte: Ideen in Produkte umwandeln, die Reaktionen der Kunden auf diese Produkte analysieren und dann entscheiden, ob der eingeschlagene Weg fortgesetzt oder angepasst werden muss, ohne dass für das Unternehmen übermäßige Kosten entstehen.

Diese Methodik schließt auch die Entwicklung eines sogenannten MVPs ein. Dabei handelt es sich um das „minimal viable product“ – also das „minimal funktionsfähige Produkt“ (MVP). Mit dem MVP-Ansatz kann sichergestellt werden, dass ein Startup die Entwicklung des Produktes stark kundenzentriert durchführt. Denn die volle Konzentration liegt auf einem minimalen Produkt, welches durch die unten beschriebenen Innovationszyklen stetig angepasst und verbessert werden kann.

Die Vorteile der Lean Startup-Methode bestehen vor allem in der starken Ausrichtung am realen Markt. Das Unternehmen erhält in regelmäßigen Abständen verwertbare Informationen über Kundenbedürfnisse, kann so die Angemessenheit der eigenen Lösung bewerten und bei Bedarf nachjustieren. Darüber hinaus lassen sich auch wichtige Erkenntnisse über die Größe des Zielmarktes ermitteln. Somit können falsche Annahmen schnell und kostengünstig bereits während des Entwicklungsprozesses entdeckt werden. Dieser Vorteil äußert sich schließlich durch die Tatsache, dass im Rahmen eines gegebenen Budgets mehr Ideen evaluiert werden können, wodurch schlussendlich auch die Chance auf den Produkterfolgt steigt.

Gerade wegen dieser vielversprechenden Erfolgsfaktoren ist das Lean Startup-Prinzip nicht nur bei Gründern beliebt. Doch sind etablierte Unternehmen und große Konzerne mit starren Strukturen überhaupt dazu in der Lage, die Werte des Lean Startup-Prinzips zu adaptieren? Oder ist dieses Prinzip in einem solchen Umfeld schlichtweg nicht umsetzbar? Eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema folgt im nächsten Beitrag.